Kreuzfahrt mit der MS Astor

 

Tag 2 – Seetag / Göteborg

 

Sonniger Seetag im Skagerrak

 

3. Mai 2016 – Sanft schaukelnd stampft das Schiff durch die ruhige See, der zweitgrößten Stadt Schwedens, Göteborg, entgegen. Die noch schwachen Strahlen der aufgehenenden Frühjahrssonne fallen durch das bodentiefe Fenster in die Kabine. Ich öffne die Augen und blinzel dem neuen Morgen entgegen –  der erste Seetag. Mit zusammengekniffenen Augen schaue ich hinaus in die unendliche Weite des Ozeans. Nunja, ok… Ozean kann man die Nordsee nicht nennen aber unendlich ist der Blick, zumindest bis zur Küste Dänemarks. Es ist kurz nach 6 Uhr, und so beschließe ich mich noch einmal für eine Stunde umzudrehen und weiter zu schlafen.

Die Küste von Dänemark

Gegen halb acht erhebe ich mich dann mal aus dem gemütlichen Bette, mache mich fertig und werde dann erstmal frühstücken. Mein Weg führt mich, wie auch zum Essen am Vortag in den Überseeclub, wo ein sehr reichhaltiges Buffet aufgebaut ist. Verschiedenste Brotsorten, eine reiche Auswahl an Aufschnitt und Aufstrich, Müsli, Eier in allen Variationen, Kuchen; alles was das Herz – und der Magen – begehrt. Nach dem der Magen dann gefüllt ist geht es raus, die frische Seeluft ruft. Ich verweile einen Moment am Pooldeck mit einem starken Kaffee bevor es mich zum Bug zieht. Mit Blick auf die Nordsee, die Nordwestküste Dänemarks und den strahlenblauen Himmel genieße ich den frischen Fahrtwind und die wärmende Sonne. Langsam zieht die Küste in vielleicht 5 km Entfernung an uns vorbei.

Bis zu unserem Ziel, Göteborg, welches wir gegen Abend erreichen sollen liegen noch etliche Seemeilen. Backbord voraus, im Dunst des Horizontes erkenne ich schemenhaft ein weiteres Kreuzfahrtschiff. Ich frage mich ob es dasselbe Ziel hat wie wir. Den restlichen Tag verbringe ich mit Essen, Sonnenbaden am Pooldeck und beobachte dabei wie die Küstenlinie Dänemarks an uns vorbei zieht.

Die Schären

Kreuzfahrt MS Astor 2016
Schärengarten im Kattegatt
Kreuzfahrt MS Astor 2016
Leuchtturm auf den Schären

Gegen 19 Uhr erreichen wir den Schärengarten vor den Toren Göteborgs. Die ersten kleinen Felsen erscheinen vor und neben uns und werden mit jeder Seenmeile mehr. Aus vereinzelten kleinen werden immer größere und nach und nach werden aus den Felsen kleine Inseln mit einsamen Leuchttürmen, kleinen Fischerhütten oder einfach nur ein kleines Eiland mit viel… nichts darauf. Im difussen Licht der „goldenen Stunde“ wirkt diese abstrakte Landschaft aus Wasser und polierten Steinen irgendwie mystisch, durch welche das Schiff, unter Begleitung des leise vor sich hin wummernden Schiffsdiesel, seine Bahn zieht. So flitze ich von einer Deckseite zur anderen um nach Möglichkeit jedes Fotomotiv zu erwischen.

Kreuzfahrt MS Astor 2016
Das Industriegebiet von Arendal
Kreuzfahrt MS Astor 2016
Die AIDA luna vor Arendal

In den Hügeln auf der Backbordseite tauchen die ersten Vorboten Göteborgs auf – Arendal. Das Industriegebiet, dessen Kontur bestimmt wird von den Volvowerken und Petrochemie. Hier ist die urbane Natur noch in Ordnung, der gemeine Windspargel, umgangssprachlich auch Windkraftwerk genannt, steht friedlich neben der Erdölraffinerie.  Unweit des Industriegebietes, vor dieser wundervollen Kulisse lächelt uns ein praller, roter Kussmund entgegen. Die AIDA luna liegt dort vor Anker. Mal ehrlich, die Passagiere sind doch zu beneiden für diesen zentralen Logenplatz am Herz der Wirtschaft Göteborgs. Hier kann man doch mit Blick auf die architektonische Meisterleistungen industrieller Kultur sich die frische Luft um die Nase wehen lassen. Dort kann man bestimmt gut von den Strapazen des Urlaubs abschalten und sich in sein Großraumbüro zurück träumen.

 

Ankunft in Göteborg

Kreuzfahrt MS Astor 2016
Nya Elvsborg
Kreuzfahrt MS Astor 2016
Älvsborgsbron – Das „Tor“ zu Göteborg

Mit einem Schmunzeln im Gesicht wende ich meinen Blick von der schwimmenden „Kleinstadt“ ab in Richtung der vorrausliegenden Inseln mit ihren Backsteinbauten.  Wir passieren die Nya Elfsborg, eine Bastion zum Schutze Göteborgs. Gebaut mitte des 16. Jahrhunderts ist sie eine der besterhaltenen Festungen Schwedens. Durch das „Tor“ von Göteborg, die Älvsborgsbron, fahren wir in den Göta älv hinab in Richtung Hafen. Kreuzfahrt MS Astor 2016Kurz hinter der Brücke erhebt sich Steuerbords auf dem Hügel der ehemaligen Festung Älvgsborg ein kleines Castell, welches zwar neuzeitlichen Datums ist, aber trotzdem hübsch anzusehen ist, welches die Heimat eines öffentlichen Kunsthandwerksinstitut ist. An der Backbordseite sind die Gelände der

Kreuzfahrt MS Astor 2016 Göteborg
Ehemaliges Werftgelände

ehemaligen Werften, welche inzwischen mit viel moderner Architektur überbaut worden sind. Allerdings finden sich darunter auch noch alte Bauwerke aus der Zeit des Schiffsbaus, wo die Integration von alt und neu wunderbar umgesetzt wurde.

 

Wir fahren vorbei an den alten Fischereihäfen und den Fähranlegern in Richtung Innenstadt. So wie es scheint ist unser Liegeplatz sehr zentral gelegen. Die Frühlingssonne versinkt langsam hinter den Bergen und mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages erreichen wir das Maritiman und unseren Liegeplatz bis zum morgigen Abend, den Frihammen (Freihafen). Nachdem das Schiff mit zwei Stunden Verspätung nun vertäut an der Kaje liegt und von den Behörden freigegeben wurde, verlassen einige Passagiere, trotz der  relativ späten Uhrzeit das Schiff für eine kleine Erkundungsrunde. Ich entschließe mich dazu heute abend an Bord zu bleiben und mich lieber morgen bei Tageslicht umzusehen. Noch ein paar Bilder von der Skyline bei Nacht zu machen und bis zum Schlafen gehen noch ein wenig das Treiben auf dem Schiff zu beobachten.

Kreuzfahrt MS Astor 2016 Göteborg
Göteborg bei Nacht vom Frihammen aus gesehen

3 Gedanken zu „MS Astor
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Tag 2
Seetag/ Göteborg

  1. Schöner Bericht! Die Astor hatte wirklich einen tollen Liegeplatz in Göteborg, so ganz anders als die großen Pötte 😉

      1. Absolut, die Route war ein Traum. Einmal über Nacht in Göteborg war schon toll und am Ende tagsüber durch den Kanal und dann nochmal zum Hafengeburtstag. Und immer Sonnenschein. Solche Erlebnisse vergisst man nicht.

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