Kreuzfahrt mit der MS Astor

Tag 6

NOK – Hamburg

Das Marineehrenmal von Laboe

Nord – Ostseekanal

7. Mai 2016 – 07:30 Uhr

Schleuse Kiel – Holtenau
O’zapft is – der Kapitän eröffnet den Frühshoppen

Um kurz vor acht Uhr morgens erreichen wir nach ungefähr 150 sm die Schleuse zum Nord – Ostsee – Kanal in Kiel – Holtenau. In den nächsten 8 Stunden werden wir gemütlich in Richtung Elbe gleiten, jedoch hat man erstmal, wie immer hier am NOK, vor der Schleuse eine Zwangspause. So bleibt Zeit Kiel ein wenig von der Wasserseite zu betrachten. Nach einer halben Stunde sind wir dann dran und dürfen in die Schleuse und werden in der Kammer eingesperrt um dann wieder in den NOK entlassen zu werden.

Während die Sonne am Himmel immer weiter in die Höhe steigt und es ein fast schon sommerlicher Tag zu werden scheint bewegen wir uns gemütlich mit 8 Knoten durch den Kanal. Ich suche mir einen Liegestuhl auf dem Pooldeck und beobachte die Landschaft, die gemächlich an uns vorbei zieht. Um 11 Uhr beginnt auf dem Pooldeck der zünftige, bayerische Frühshoppen. Bei Brezen, Weißwurst, einer Maß und Wiesn’musik steigt die Stimmung. Ich ziehe es jedoch vor die Landschaft zu betrachten und gemütlich in der Sonne zu entspannen. Uns passieren Frachtschiffe, Sportboote und auch ein paar Luxusyachten und am Ufer winken uns viele Spaziergänger und Badefreudige zu. Auch bei uns auf dem Schiff sind die ersten jetzt mutig und springen in den Pool. So geht die Zeit wie im Fluge dahin und wir erreichen mit ein wenig Verspätung um 17 Uhr die Schleuse in Brunsbüttel.

 

 

 

Video mit freundlicher Genehmigung von Lutz Weidemann

 

Elbaufwärts

 

Das AKW Brokdorf im Sonnenuntergang
Airbus – Werk

Nach dem Abendessen sind wir bereits auf der Elbe unterwegs in Richtung Hamburg. Langsam steigt die Stimmung an Bord und auf dem Pooldeck beginnt die die Party, welche uns einstimmen soll auf den Hafengeburtstag. So ziehen bei guter Stimmung, klasse Musik und viel Spaß mit netten Leuten die Stunden und die Flusskilometer dahin. Langsam versinkt die Sonne am Horizont und wir passieren zur blauen Stunde das Schulauer Fährhaus. Nun ist der Weg nicht mehr weit bis wir in Hamburg ankommen und in der Nähe der neuen AIDAprima anlegen. Inzwischen haben meine Tischnachbarn Michaela und Klaus angefangen das Tanzbein zu schwingen als wir am Airbuswerk vorbei kommen welches hell erleuchtet ist und einen imposanten Anblick bietet. Inzwischen werden wir über die Bordlautsprecher informiert das wir es, aufgrund der Verzögerungen im NOK, nicht mehr rechtzeitig zu unserem Liegeplatz schaffen und somit etwas ausserhalb auf Warteposition gehen bis der Tross an Schiffen um Mitternacht ausgelaufen ist. Kaum ist die Durchsage verklungen erscheint hinter uns der Schlepper „Wilhelmine“. Er schließt zu uns auf und hängt sich achtern an uns ran. Wohl begeistert von der Musik, welche vom Pooldeck zu ihm geweht wird, beginnt er einsam und allein im Takt der

Wilhelmine bittet zum tanz

Bordkapelle uns einen Ausblick auf das Schlepperballet zu geben. So schunkelt er da hin und her, fest mit uns verbunden während wir das Containerterminal passieren. Nun sind es noch wenige Minuten bis zum Hafen, die fast fertige Elbphillarmonie erhebt sich schon vor uns in die Nacht.

 

 

 

Hamburg

Die MS Astor drosselt ihre Fahrt und viele machen sich auf den Weg zum Bug. Allerdings, kaum sind sie dort angekommen dreht uns die „Wilhelmine“ mit dem Achtersteven in Richtung der Bühne. So haben wir einen Logenplatz über den Hafen und die Hamburger Skyline. Die Taufe der neuen AIDA bekommen wir hier zwar leider nicht mit, ebenso nicht die Musik zum Höhenfeuerwerk, aber dafür ist der Anblick umso besser. Die ersten Lightbeams erhellen den Nachthimmel und kurz drauf beginnt das farbenprächtige Feuerwerk.

die AIDAprima läuft aus

Nach gut 20 Minuten ist es vorbei und alle Schiffe im Hafen lassen ihr Nebelhorn erklingen, bevor sich die ganzen erleuchteten Barkassen, Sportboote und Kreuzfahrtschiffe in Bewegung setzen und der AIDAprima auf ihrer Jungfernfahrt ihr Geleit hinaus aus dem Hamburger Hafen geben. Nachdem uns alle Schiffe passiert haben setzt sich die Astor langsam in Bewegung und fährt langsam zu ihrem Liegeplatz. An Bord steigt die Stimmung jetzt noch mal richtig, auch wenn sich die Reihen inzwischen etwas gelichtet haben. Wir feiern noch ausgelassen bis um 2 Uhr nachts, wo ich dann, etwas wehmütig, das letzte Mal hier an Bord in die Koje gehe. Morgen geht es leider wieder von Bord.

 

Nach einer kurzen Nacht begrüßt mich die warme Morgensonne auf dem Pooldeck, auf dem ich heute unter freiem Himmel auch das letzte Frühstück zu mir nehme. Nicht mehr lange und die Reise ist zu Ende. Die Koffer sind bereits dabei verladen zu werden. Nachdem diese dann alle von Bord sind heißt es Abschied nehmen. Ich gehe über die Gangway, nehme meinen Koffer und gehe zum Ausgang. Dort laufe ich erst mal zwei netten Beamten vom Zoll in die Arme. Diese interessieren sich sehr für meine Kamera, welche über meiner Schulter hängt. Mit der Frage ob ich auf der Reise etwas gekauft habe und einem schielenden Blick auf die Sony muss ich sie leider enttäuschen. Noch ein letztes Bild von Hamburg und eines von der Astor. Dann kommt auch schon das Taxi.

Während das Schiff hinter mir immer kleiner wird und das Taxi sich seinen Weg durch Hamburg bahnt ziehe ich ein Fazit meiner ersten Kreuzfahrt. Die  Tage vergingen wie im Fluge und waren Erholung pur. Das Schiff ist sauber, gepflegt und das Personal super freundlich und auch wenn alle unterschiedlicher Nationalität waren, war es sehr familiär. Ich habe viele nette Leute kennen gelernt und viel gesehen und erlebt. Ich könnte mir nicht vorstellen auf einem Schiff der Größenordnung einer Norwegian Cruise Line oder ähnlichen zu sein.

 

Farewell MS Astor

 

Schlusswort

Ich wollte mit diesen Reiseberichten einfach all die Eindrücke der Reise festhalten, ursprünglich sollte es eigentlich auch nur eine Art Tagebuch für mich sein. Allerdings entstand daraus dann die Idee, warum nicht online als Blog. So können sich auch andere an den Bilder und vielleicht auch an den Texten erfreuen. Auch wenn es jetzt genau ein Jahr gedauert hat bis das letzte Wort geschrieben ist, war es hoffentlich nicht der letzte Reisebericht.

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